# Engagement Rate berechnen: 3 Formeln und ehrliche Benchmarks

> Die Engagement Rate ist die Summe der Interaktionen eines Posts, also Likes, Kommentare, Shares und Saves, geteilt durch eine Bezugsgröße, mal 100. Je nach Formel ist das die Followerzahl, die Reichweite oder die Zahl der Aufrufe. Für den Vergleich mit Branchenwerten nutzt man meist Follower, für die eigene Auswertung ist die Reichweite aussagekräftiger.

- URL: https://social-media-konzepte.de/kennzahlen-und-werbung/engagement-rate-berechnen/
- Sprache: de
- Aktualisiert: 2026-10-19
- Herausgeber: Social Media Konzepte (OnlineBuilders LLC, https://onlinebuilders.biz)

Zwei Agenturen schauen auf denselben Instagram-Post und nennen zwei völlig verschiedene Engagement Rates. Die eine sagt 3,4 Prozent, die andere 5,7 Prozent. Beide haben richtig gerechnet. Sie haben nur durch unterschiedliche Zahlen geteilt.

Genau das ist das Problem mit der Kennzahl. Ohne Formel ist sie wertlos.

## Die drei gängigen Formeln

Alle Varianten haben denselben Zähler: die Interaktionen eines Posts. Meist zählen dazu Likes, Kommentare, geteilte Beiträge und Speicherungen. Meta definiert in seiner Schnittstelle für Instagram die Kennzahl „total_interactions“ genau so, also Likes, Saves, Kommentare sowie Shares, abzüglich zurückgenommener Likes und Saves sowie gelöschter Kommentare.

Unterschiedlich ist der Nenner:

| Formel | Rechnung | Wofür sie taugt |
|---|---|---|
| Nach Followern | Interaktionen ÷ Follower × 100 | Vergleich mit Benchmarks und Mitbewerbern, weil Followerzahlen öffentlich sind |
| Nach Reichweite | Interaktionen ÷ erreichte Konten × 100 | Eigene Auswertung: Wie viele, die den Post sahen, haben reagiert? |
| Nach Aufrufen | Interaktionen ÷ Aufrufe × 100 | Videos und Reels, bei denen Aufrufe die Hauptkennzahl sind |

LinkedIn rechnet übrigens selbst nach der dritten Logik. Die Engagement Rate in der Seitenstatistik zeigt laut LinkedIn-Hilfe das Verhältnis von Interaktionen zu Impressionen, wobei dort auch Klicks als Interaktion zählen.

## Rechenbeispiel mit einem Post

Ein Karussell auf einem Instagram-Account mit 4.800 Followern hat nach sieben Tagen diese Werte: 120 Likes, 14 Kommentare, 9 Shares, 22 Saves. Laut Statistik wurden 2.900 Konten erreicht, es gab 6.100 Aufrufe.

**Ein Post, drei Engagement Rates**

- Nach Followern: 165 ÷ 4.800 × 100: 3,44 %
- Nach Reichweite: 165 ÷ 2.900 × 100: 5,69 %
- Nach Aufrufen: 165 ÷ 6.100 × 100: 2,70 %
- **Spanne für denselben Post: 2,70 bis 5,69 %**

Beispielwerte. Zähler: 120 Likes + 14 Kommentare + 9 Shares + 22 Saves = 165 Interaktionen.

Derselbe Post, drei Ergebnisse, die sich um mehr als das Doppelte unterscheiden. Deshalb steht in jedem seriösen Bericht neben der Zahl, wie sie berechnet wurde.

In einer Tabelle sieht das so aus. Spalte B bis E enthalten Likes, Kommentare, Shares und Saves, Spalte F die Follower, Spalte G die Reichweite:

```
Engagement nach Followern:   =SUMME(B2:E2)/F2
Engagement nach Reichweite:  =SUMME(B2:E2)/G2
```

Die Zelle als Prozent formatieren, dann entfällt das „mal 100“.

## Welche Werte normal sind

Für Vergleiche wird oft der jährliche Benchmark Report von Rival IQ herangezogen. Die Ausgabe 2025 wertet Daten aus 2024 von 2.100 Marken aus 14 Branchen aus und rechnet nach Followern. Der Median über alle Branchen lag bei 0,36 Prozent auf Instagram, 1,73 Prozent auf TikTok, 0,046 Prozent auf Facebook und 0,015 Prozent auf X. Gegenüber dem Vorjahr sind die Werte laut Report überall gesunken, auf Facebook um 36 Prozent, auf Instagram um 16 Prozent.

Zwischen den Branchen liegen auf Instagram große Unterschiede:

**Engagement Rate pro Instagram-Post nach Branche (Median, nach Followern)**

| Posten | Wert |
|---|---|
| Hochschulen | 2,1 % |
| Sportvereine | 1,3 % |
| Influencer | 0,58 % |
| Gemeinnützige Organisationen | 0,56 % |
| Essen und Getränke | 0,4 % |
| Alle Branchen | 0,36 % |
| Reisen | 0,34 % |
| Tech und Software | 0,33 % |
| Einzelhandel | 0,16 % |
| Mode | 0,15 % |
| Gesundheit und Beauty | 0,14 % |

Quelle: Rival IQ, Social Media Industry Benchmark Report 2025

Zwei Einschränkungen sollte man kennen. Die Stichprobe besteht aus Marken mit 25.000 bis einer Million Facebook-Fans und laut Methodik mindestens 1.000 Followern auf Instagram und X. Ein lokaler Betrieb mit 800 Followern ist damit nur bedingt vergleichbar. Und Rival IQ weist selbst darauf hin, dass die aussagekräftigere Rechnung nach Reichweite oder Impressionen wäre, die Daten dafür über die Schnittstellen aber nicht verfügbar sind.

Andere Anbieter veröffentlichen Benchmarks nach Reichweite, die deshalb deutlich höher ausfallen. Wer einen Wert von 4 Prozent mit dem Rival-IQ-Median von 0,36 Prozent vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen.

## Welche Formel du verwenden solltest

Meine Empfehlung für kleine Unternehmen: Rechne intern nach Reichweite und dokumentiere zusätzlich die Rate nach Followern, wenn du dich mit Branchenwerten oder Mitbewerbern vergleichen willst. Die Reichweiten-Formel sagt mehr darüber, ob ein Post bei denen ankam, die ihn gesehen haben. Sie wird auch nicht von eingeschlafenen Followern verzerrt, die seit Jahren nichts mehr sehen.

Bei Videos ist die Rate nach Aufrufen nützlich, aber mit Vorsicht zu genießen. Instagram zählt seit 2025 „Aufrufe“ als zentrale Kennzahl über alle Formate, und wiederholte Wiedergaben derselben Person zählen mit. Ein Reel, das in Schleife läuft, hat dadurch mehr Aufrufe und eine niedrigere Rate, ohne schlechter zu sein.

## TikTok, LinkedIn und Facebook: was anders ist

Auf TikTok ist die Followerzahl als Bezugsgröße besonders schwach, weil ein großer Teil der Aufrufe aus der Empfehlungsseite kommt, also von Menschen, die dir gar nicht folgen. Ein Video eines Accounts mit 300 Followern kann 20.000 Aufrufe haben. Die Rate nach Followern wäre dann absurd hoch und völlig nichtssagend. Rechne auf TikTok deshalb nach Aufrufen.

LinkedIn liefert die Rate gleich mit, allerdings nach Impressionen und inklusive Klicks. Wenn du LinkedIn mit Instagram vergleichen willst, rechne beide Kanäle selbst nach derselben Formel, statt die angezeigten Werte nebeneinanderzustellen. Facebook schließlich hat bei Marken die niedrigsten Raten aller großen Plattformen, und das ist kein Zeichen, dass dein Account schlecht läuft. Es ist der Normalzustand.

## Engagement Rate für das ganze Profil

Manchmal will man nicht einen Post bewerten, sondern einen ganzen Monat. Zwei Wege sind üblich. Entweder du bildest den Durchschnitt oder Median der Raten aller Posts des Monats. Oder du addierst alle Interaktionen des Monats und teilst sie durch die Followerzahl am Monatsende, geteilt durch die Zahl der Posts.

Der erste Weg ist einfacher und für kleine Accounts völlig ausreichend. Wichtig ist auch hier nur, dass du bei einer Methode bleibst.

## Häufige Rechenfehler

- Formeln mischen: diesen Monat nach Followern, nächsten nach Reichweite.
- Zu früh messen: Nach zwei Stunden ist ein Post nicht fertig. Sieben Tage sind ein guter fester Zeitpunkt.
- Den Durchschnitt aller Posts bilden, wenn ein einzelner viraler Post alles verzerrt. Der Median ist dafür unempfindlicher.
- Gewinnspiel-Posts mitrechnen. „Kommentiere, um zu gewinnen“ treibt die Rate hoch und sagt nichts über normale Inhalte.
- Accounts mit gekauften Followern vergleichen. Deren Rate nach Followern ist künstlich niedrig.

## Was die Engagement Rate nicht sagt

Sie misst, ob Inhalte Reaktionen auslösen. Ob daraus Anfragen oder Umsatz werden, misst sie nicht. Ein Post mit 0,8 Prozent, der zehn Terminbuchungen bringt, schlägt einen Post mit 6 Prozent und null Buchungen. Deshalb gehört die Rate in einen Bericht mit zwei, drei weiteren Kennzahlen, die näher am Geschäft sind, siehe [Social-Media-KPIs, die wirklich zählen](https://social-media-konzepte.de/kennzahlen-und-werbung/social-media-kpis/).

Wofür sie sehr gut taugt: um Themen und Formate miteinander zu vergleichen. Trag sie im [Redaktionsplan](https://social-media-konzepte.de/content-und-redaktionsplan/redaktionsplan-social-media-vorlage/) bei jedem Post ein und werte nach drei Monaten pro [Content Pillar](https://social-media-konzepte.de/content-und-redaktionsplan/content-pillars-social-media/) aus. Wer viele Accounts oder Kanäle hat, kann die Berechnung automatisieren und die Werte aller Plattformen in einem [Dashboard zusammenführen](https://onlinebuilders.biz/solutions/data-analytics).

Nächster Schritt: Leg in deiner Tabelle die Spalten B bis G aus dem Beispiel oben an und trag die letzten zehn Posts ein, jeweils mit dem Stand sieben Tage nach Veröffentlichung. Danach kennst du deinen eigenen Normalwert, und der ist wichtiger als jeder Branchenmedian. Die Definitionen der Kennzahlen stehen in der [Meta-Dokumentation zu Instagram Media Insights](https://developers.facebook.com/docs/instagram-platform/reference/instagram-media/insights).

## Schritt für Schritt

1. **Interaktionen zählen** Likes, Kommentare, Shares und Saves eines Posts aus der Statistik der Plattform addieren.
2. **Bezugsgröße wählen** Follower für Vergleiche mit Benchmarks, Reichweite für die eigene Auswertung, Aufrufe bei Videos.
3. **Teilen und mit 100 multiplizieren** Interaktionen durch die Bezugsgröße teilen und mal 100 nehmen.
4. **Konsistent dokumentieren** Immer dieselbe Formel und denselben Zeitpunkt nach Veröffentlichung verwenden, etwa sieben Tage.

## Häufige Fragen

### Was ist eine gute Engagement Rate auf Instagram?

Laut Rival IQ Benchmark Report 2025 lag der Median bei Marken bei 0,36 Prozent, gemessen an der Followerzahl. Werte darüber sind für Unternehmensaccounts ordentlich. Kleine Accounts lassen sich mit dieser Stichprobe großer Marken aber nur grob vergleichen.

### Zählen Story-Antworten und Profilbesuche zur Engagement Rate?

In den meisten Formeln nicht. Üblich sind Likes, Kommentare, Shares und Saves. Wichtig ist, dass du immer dieselben Interaktionen zählst, sonst sind deine Werte über die Zeit nicht vergleichbar.

### Warum zeigt mein Tool eine andere Engagement Rate als meine Rechnung?

Weil Tools unterschiedliche Bezugsgrößen und Interaktionen verwenden. Manche teilen durch Follower, andere durch Reichweite oder Impressionen. Prüf in der Hilfe des Tools, welche Formel dahintersteht.

### Ist eine hohe Engagement Rate wichtiger als Reichweite?

Nicht unbedingt. Ein Post mit niedriger Rate, der viele neue Menschen erreicht und Anfragen bringt, kann wertvoller sein. Die Rate ist ein Qualitätssignal, kein Geschäftsziel.

Foto: jakeandlindsay, CC BY 2.0 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Calculator_(5639214967).jpg)